Der Homelift – die Alternative zum Aufzug

Rund 675.000 Aufzugsanlagen zu Personenbeförderung gibt es in Deutschland – auf die insgesamt 19,3 Millionen Wohngebäuden verteilt, liegt die Aufzugsrate daher nur bei 3,4 Prozent. Hinzu kommt: Meist finden sich Aufzüge in großen Mehrfamilienhäusern und eher selten im typischen Einfamilienhaus. Dabei kann ein Lift viel zur Barrierefreiheit beitragen. Er macht es oft möglich, dass Hausbewohner im Alter oder bei schwindender Mobilität durch Krankheit oder Unfall in ihren eigenen vier Wänden weiterleben können.

Ein Aufzug im Eigenheim – warum sind die Hürden dafür hoch?

Ein klassischer Aufzug, wie man ihn aus Mehrfamilienhäusern oder Kaufhäusern kennt, basiert auf einer aufwändigen Konstruktion:

Ein eigens gemauerter Schacht umgibt die Kabine und ihre Technik ist in einem gesonderten Maschinenraum untergebracht. Derartige Aufzüge müssen strengen Baunormen in Bezug auf Brandschutz und Schallschutz genügen.

Außerdem regeln Vorschriften, wie häufig eine Wartung stattfinden muss. Ein privates Einfamilienhaus mit einem klassischen Aufzug nachzurüsten, ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch bautechnisch schwierig, wenn kein Schacht im Grundriss vorgesehen ist. Aus diesem Grund entscheiden sich Eigenheimbesitzer oft für eine günstigere Alternative.

Homelift

Der Homelift als smarte Alternative

Für Hausbesitzer, die ihr Eigenheim in punkto Barrierefreiheit nachrüsten wollen, bietet sich der kompakte Homelift als Alternative zum klassischen Aufzug an. Hier braucht es keinen gemauerten Schacht und keinen gesonderten Technikraum.

Ein Homelift verläuft senkrecht zwischen zwei Führungsschienen, wobei die Konstruktion sich selbst trägt. Die technischen Komponenten, z.B. Motor und Steuerung, sind nicht in einen Technikraum ausgelagert, sondern in der Anlage verbaut. Auch gegenüber einem Treppenlift hat der Homelift einige Vorteile: Da er vertikal verläuft, nimmt er weniger Raum weg und schränkt im Brandfall auch nicht den Fluchtweg über die Treppe ein.

Wo lässt sich ein Homelift einbauen?

Prinzipiell lässt sich in jedem Gebäude ein Ort finden, der den Einbau des Lifts erlaubt. Da die Kabine nur für ein bis zwei Personen bemessen ist, hat die Anlage eine begrenzte Grundfläche, die z.B. innerhalb eines Treppenhauses oder im Flur Platz findet. Den Zugang in die oberen Etagen erlauben dann begrenzte Deckendurchbrüche.

Falls dieses Konzept im Hausinneren überhaupt nicht zu realisieren ist, z.B. aufgrund von Denkmalschutz-Vorschriften, lässt sich ein Homelift auch außen am Gebäude anbauen. In diesem Fall läuft er senkrecht an der Fassade in die Höhe und ermöglicht durch Wanddurchbrüche oder vorhandene Balkontüren den Zugang in die oberen Etagen.

Tipp für Rollstuhlfahrer:

Um barrierefrei in die Kabine des Homelifts zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits können Rollstuhlfahrer über eine flache Rampe die wenigen Zentimeter Höhenunterschied zur Kabinentür überbrücken. Zum anderen besteht die Option, das Bodenniveau unter der Kabine etwa 10 Zentimeter tief abzusenken, sodass das schwellenlose Befahren möglich wird.

Der Homelift: technische Daten

Standardmäßig bieten Homelifts eine Tragkraft von 300kg und Raum für ein bis zwei Personen. Falls der Nutzer eine größere Tragkraft wünscht, können Hersteller ihre Anlagen hier bis auf das Doppelte aufrüsten. Auch die Kabinenabmessungen können für Rollstuhlfahrer ausgedehnt werden, falls gewünscht.

Im Einfamilienhaus verbindet der Homelift problemlos zwei bis drei Etagen miteinander, doch damit sind die maximalen Möglichkeiten noch nicht erschöpft: Spezielle Außenaufzüge erreichen eine Höhe von 17 Metern und erreichen so das sechste Stockwerk eines Gebäudes. Dabei steuern die Nutzer ihr Zielstockwerk wie im klassischen Aufzug über ein Bedienpanel in der Kabine an. Zudem befindet sich an jeder Haltestelle auch ein Schalter, der die Kabine dorthin ruft, wo sie die Nutzer benötigen.

Wie funktioniert der Antrieb beim Homelift?

Hier existieren verschiedene Varianten: Seilzug, Spindel und Hydraulik. Für Lifts, die im Hausinnern lediglich eine Höhe von 3 Metern erreichen, eignet sich ein einfacher Seilzugantrieb, der die Kabine an einem rostfreien Stahlseil zieht. Der Spindelantrieb und der Hydraulikantrieb stehen zur Wahl, wenn es darum geht, größere Höhen zu erreichen und mehrere Stockwerke anzubinden.

Wie kompliziert ist der Einbau eines Homelifts?

In der einfachsten Version, in der Erd- und Obergeschoss miteinander verbunden werden, dauert der Einbau eines Homelifts nur wenige Tage.

Besonders schnell geht es, wenn durch ausreichend Freiraum im Treppenhaus kein Deckendurchbruch nötig ist. Auch ein Starkstromanschluss ist nicht erforderlich, da der Homelift mit einem gängigen 230-Volt-Anschluss an den Hausstrom funktioniert.

Um barrierefrei in die Kabine des Homelifts zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits können Rollstuhlfahrer über eine flache Rampe die wenigen Zentimeter Höhenunterschied zur Kabinentür überbrücken. Zum anderen besteht die Option, das Bodenniveau unter der Kabine etwa 10 Zentimeter tief abzusenken, sodass das schwellenlose Befahren möglich wird.

Wie hoch sind die Kosten?

Im Gegensatz zum Treppenlift fallen die Kosten für einen Homelift deutlich höher aus. Rund 20.000 Euro kostet es, in einer einfachen Ausführung zwei Etagen miteinander zu verbinden. Soll der Homelift außen am Gebäude gleich mehrere Stockwerke anfahren, müssen Interessenten bis zu 100.000 Euro einkalkulieren. Natürlich lassen sich auch hier Förderungen nutzen. Liegt ein Pflegegrad vor, winkt von der Pflegeversicherung ein Zuschuss bis zu 4.000 Euro. Zusätzlich lassen sich attraktive Zuschüsse oder Kredite durch KfW-Förderprogramme (Programm-Nr. 159: Altersgerecht umbauen – Kredit oder Programm-Nr. 455-B: Barrierereduzierung – Investitionszuschuss) nutzen.

Doch Achtung: Gerade die Zuschüsse werden nur so lange gezahlt, bis die Fördertöpfe für ein Jahr ausgeschöpft sind. Aus diesem Grund sollten Interessenten vorher bereits anfragen, ob noch Fördermittel zur Verfügung stehen.

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